Darmspiegelung (Koloskopie)
Warum wird eine Koloskopie gemacht?
Die Darmspiegelung ist eine Untersuchungsmethode, die darauf zielt, Dickdarmkrebs und andere Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Sie erlaubt die Betrachtung der Darminnenwand, die Entnahme von Gewebeproben (Biopsien) zur mikroskopischen Untersuchung und ermöglicht kleinere operative Eingriffe wie die Abtragung von Polypen.
Wann wird eine Koloskopie gemacht?
Eine Darmspiegelung ist notwendig, wenn Blut im Stuhl aufgetreten ist. Bei lang anhaltenden Schmerzen oder Druckgefühl im Bauch, wenn eine andere Ursache ausgeschlossen ist. Wenn sich die Stuhlgewohnheiten verändern, bei Gewichtsabnahme sowie bei anhaltenden Durchfällen. Wenn Blutarmut oder Eisenmangel besonders stark ausgeprägt sind. Zur Kontrolle nach einer Dickdarmoperation, nach Polypenabtragung oder wenn eine chronisch entzündliche Darmerkrankung vorliegt.
Neu ist ab 1.10.2002 die sogenannte präventive Koloskopie. D.h. diese Untersuchung ersetzt die Untersuchung des Stuhls auf occulten Blutverlust. Sie ist wesentlich genauer. Alle Patienten ab dem 56. Lebensjahr haben Anspruch auf diese Untersuchung. Das Ziel ist es, die Anzahl von 60.000 neuen Fällen von Darmkrebs pro Jahr in Deutschland zu senken.
Wie wird die Untersuchung durchgeführt?
Ein biegsames Koloskop wird vom After aus in den Dickdarm bis in den Dünndarm vorgeschoben. Um Sicht zu bekommen, wird der Darm durch Einblasen von Luft entfaltet. Gewebeproben werden mit einer winzigen Zange entnommen. Standartmäßig benutzen wir in unserer Praxis Videoendoskope, die eine deutlich bessere Auflösung und Dokumentation gegenüber Glasfasergeräten bieten.
Bereitet die Untersuchung Schmerz, Unbehagen?
Manche Patienten empfinden die Darmspiegelung als unangenehm, manchmal auch schmerzhaft. Schmerz kann auftreten, wenn das Endoskop durch bestimmte Darmschleifen hindurchgeführt wird. Dieser Schmerz hält jedoch nur kurz an, weil die Schleifen begradigt werden. Um das Vorführen des Coloskops zu erleichtern, erhalten Sie vor der Untersuchung ein Medikament zur Beruhigung bzw. zur Schmerzvorbeugung und zur Ruhigstellung des Darms.
Können Komplikationen auftreten?
Die Darmspiegelung ist eine seit vielen Jahren bewährte Untersuchungsmethode. Ernstere Komplikationen sind sehr selten und meist gut beherrschbar. Sie treten nur dann auf, wenn ohnehin eine schwere Erkrankung vorliegt (z.B. Tumor). Trotzdem möchten wir Sie auf die sehr selten auftretenden Komplikationen hinweisen:
- Verletzungen der Darmwand (Perforation) durch das Koloskop. Dies erfordert eine Operation.
- Blutungen nach Abtragung von Polypen. Blutungen können meist mit Unterspritzung oder Clip - Einlage rasch gestillt werden.
Beeinträchtigung des Kreislaufs und der Atmung durch gespritzte Beruhigungs- oder Schmerzmedikamente: Für diese Fälle sind wir gut gerüstet. Sie können davon ausgehen, dass ein erfahrenes Team für Sie tätig sein wird.
Was ist vor einer Koloskopie zu beachten?
Zur Vorbereitung muss der Darm sauber sein. Sie bekommen dazu in unserer Praxis eine Trinklösung. Davon trinken Sie am Abend vor der Untersuchung 2 Liter, sowie am Morgen der Untersuchung noch einmal 2 Liter. Während der Untersuchung erhalten Sie eine Injektion zur Beruhigung bzw. um Schmerzen vorzubeugen. Diese "Spritze" schränkt über mehrere Stunden ihre Reaktionsfähigkeit ein, ohne daß Sie dies selbst merken. Auch wenn Sie sich bereits wieder fit fühlen, dürfen Sie an diesem Tage nicht immer selbstständig am Straßenverkehr teilnehmen. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Sie jemand aus der Praxis abholt. Auf Wunsch wird Ihnen auch gerne ein Taxi bestellt. Treten nach der Koloskopie Fieber oder Blutungen auf, informieren Sie bitte den behandelnden Arzt umgehend. Anfängliche Bauchschmerzen sollten nachlassen und nicht stärker werden. Falls der behandelnde Arzt nicht erreichbar sein sollte, setzen Sie sich mit einem anderen Arzt in Verbindung.
Polypenabtragung:
Bei den endoskopischen Untersuchungen ist es möglich, in der gleichen Sitzung Polypen abzutragen. Dies wird mit einer elektrischen Schlinge durchgeführt. Da der Darm nicht schmerzempfindlich ist, tut das nicht weh. Durch die Entfernung der Polypen ist eine Krebsprophylaxe möglich. Falls bei der Koloskopie Polypen abgetragen werden, sollten Sie einige Tage nicht schwer körperlich arbeiten.